Preis-Analyse mit statistischen Modellen – Teil 2

Im ersten Teil der Serie haben wir gesehen, dass für die Gemälde in der Kunst-Boutique mit Hilfe von statistischen Modellen Analysen zum Preis gemacht werden können.

Das statistische Modell, welches wir hier ansehen für die Modellierung der Beziehung zwischen Preis des Gemäldes (abhängige Variable) und den verschiedenen Eigenschaften (bspw. Alter, Grösse, Motif) ist die lineare Regression.

Die lineare Regression ist eine mathematische Gleichung. Jede Input-Variable (wie Alter, Grösse, etc) hat einen eigenen Koeffizienten, welcher den Einfluss der Input-Variable auf die Ouput-Variable (der Preis) wiedergibt.

Ein Koeffizient von 0 bedeutet, dass die dazugehörige Input-Variable keinen Einfluss auf die Output-Variable hat. Koeffizienten grösser Null bedeuten, dass die Output-Variable in die gleiche “Richtung” der Input-Variable beeinflusst wird – bspw. je grösser die Fläche des Gemäldes, desto höher der Preis. Bei Koeffizienten kleiner Null ist der Effekt der Input-Variable auf die Output-Variable umgekehrt – bspw. wenn mit steigendem Alter des Gemäldes der Preis sinken würde.

Für die Durchführung der linearen Regression haben wir die folgenden Eigenschaften der Gemälde als Input-Variablen verwendet:

  • Grösse (in cm²)
  • Alter (in Jahren)
  • Kunstwerk-Typ
  • Motif
  • Materialien

Die Output-Variable ist der Preis des Gemäldes, welcher durch die obigen Input-Variablen erklärt werden soll.

Die lineare Regression liefert unter anderem die folgenden Koeffizenten:

  • Grösse: 0.562343
  • Alter: 6.82159
  • Motiv
    • Blumen: 423.442
    • Städte: -63.6724
    • Abstraktionen: 57.3531

Die positiven Koeffizienten von den Input-Variablen “Alter” und “Grösse” bedeuten, dass mit zunehmendem Alter wie auch Fläche des Gemäldes der Preis ansteigt.

Beim Motiv sind unterschiedliche Koeffizienten zu beobachten: während für Blumen- und Abstraktions-Motive Preiszuschläge zu erwarten sind, ist bei Stadt-Motiven tendenziell mit Abschlägen zu rechnen.

Mithilfe der Gleichung für die lineare Regression und den obenstehenden Koeffizienten lassen sich somit für beliebige Gemälde der Preis berechnen, sofern die Attribute (Input-Variablen) bekannt sind.

Natürlich handelt es sich bei dem berechneten Preis, welche die lineare Regression ausgibt, nur um einen modellierten Wert, der mehr oder weniger stark vom tatsächlichen Preis abweichen kann. Dieser “Fehler” zwischen Modell und Wirklichkeit tritt auch für Kunstwerke auf, die in die Berechnung der Koeffizienten einbezogen wurde.

Die obigen Koeffizienten, welche aus der linearen Regression berechnet wurden, hängen stark von den verwendeten Daten ab – i.e. von den Kunstwerken und deren Attributen.

Mit mehr Daten in Form von zusätzlichen Kunstwerken können die Fehler zwischem dem statistischem Modell und der Wirklichkeit reduziert werden – allerdings müssen die in der Regression verwendeten Daten möglichst repräsentativ für die realen Daten sein. Je weniger repräsentativ die Daten in der Regression sind, desto unzuverlässiger das statistische Modell.

Die Koeffizienten dieses Regressionsmodells sind also mit Vorsicht zu geniessen, da bei der Verwendung eines anderen Datensatzes – insb. mit Kunstwerken aus anderen Zeitperioden, anderen Stilen oder aus anderen geografischen Märkten – wohl deutlich abweichende Koeffizienten für die Input-Variablen zu erwarten wären. Entsprechend wäre auch der vorhergesagte Preis deutlich anders.


Daten-Analytik & AI: Data Mining / Machine Learning, Generative AI und Datenbanken

Daten in Wissen verwandeln

Wir unterstützen Sie bei der Evaluierung und Einbindung von KI-Modellen in Ihre Workflows. Für analytische Aufgaben bringen wir unser Data Mining Know-How ein – insb. die Verwendung von Machine Learning-Algorithmen. Bei der Speicherung und Auswertung grosser Datenmengen können Sie ebenfalls auf unsere Erfahrung zählen.


Digitalisierung: Tools, digitale Plattformen, Webseiten und Web-Applikationen – alles für die Prozessautomatisierung

Ihre Internet-Plattform, Webseite oder E-Commerce Lösung nach Mass

Prozesse zu automatisieren erfordert oft eine konsequente Digitalisierung – wir erstellen an Ihre Workflows angepasste Tools, entwickeln Plattformen für einen elektronischen Datenaustausch und erstellen auch massgeschneiderte Webseiten und interaktive Web-Applikationen.

  • Webseiten: Ihre Präsenz im Internet
    Webseiten: Ihre Präsenz im Internet

    Überall und jederzeit Mit einer Webseite sind Sie rund um die Uhr und überall auf der Welt präsent. Wir bauen Ihnen eine Webseite, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Sie bestimmen Layout, Farben und Aufbau. Falls Sie lieber zuerst ein paar Ideen suchen, geben wir Ihnen einen Überblick über gängige Design-Möglichkeiten. Eine Webseite kann in…

  • Web-Applikationen: Interaktive Plattformen, Shops und Applikationen
    Web-Applikationen: Interaktive Plattformen, Shops und Applikationen

    Web-Applikationen bieten Ihren Besuchern ein interaktives Erlebnis an – im Gegensatz zu Webseiten, welche in der Regel nur der Information dienen. Unter Web-Applikationen fallen bspw. E-Commerce Anwendungen wie Online-Shops oder Reservations- und Buchungs-Plattformen. Auch Plattformen für den Datei- oder Nachrichten-Austausch sowie Online-Fragebogen und Tests stellen eine Web-Applikation dar. Online-Shops Mit einem Online-Shop können Sie Ihre…

  • Web-Analytik & Web-Crawler Management
    Web-Analytik & Web-Crawler Management

    Betreiber von Webseiten sind oft mit zweierlei Aufgaben konfrontiert: die Zugriffe auf die Webseite zu messen und bei unerwünschten Crawlern (Roboter-Besucher) gegebenfalls Massnahmen wie eine Sperrung zu treffen. Web-Analytik mit lokaler Daten-Speicherung Viele Web-Analytik Lösungen erfordern die Übertragung von Daten an Drittparteien, was je nach Standort des Anbieters zahlreiche Implikationen hinsichtlich des Datenschutzes mit sich…

  • SEO: Von Suchmaschinen gefunden werden
    SEO: Von Suchmaschinen gefunden werden

    Der Wettbewerb um die besten Suchmaschinen-Plätze Im Internet gefunden werden, ist nicht einfach. Milliarden von anderen Webseiten konkurrenzieren darum, Besucher zu gewinnen. Eine zentrale Rolle bei der Gewinnung von Besuchern spielen Suchmaschinen wie Google, Bing, Yandex oder DuckDuckGo. Aber dort in die Top-Suchresultate zu gelangen, ist nicht einfach. Beim Aufbau der Webseite braucht es ein…

  • Beratung zu Hosting-Services
    Beratung zu Hosting-Services

    Komplexe Technologie im Hintergrund Damit eine Webseite von der ganzen Welt aus und auf allen möglichen Geräten zugänglich ist, benötigt es eine ganze Reihe an Technologien. Diese laufen so unauffällig im Hintergrund, dass die meisten Webseiten-Besucher sich gar keine Gedanken darüber machen solange alles funktioniert. Der Betrieb einer Webseite ist jedoch kein einfaches Unterfangen. Nachfolgend…

Blog


In unserem Blog finden Sie Beiträge mit Analysen, Zahlen und Visualisierungen aus den verschiedensten Themengebieten.

  • Das «grosse» Small Language Model: Überzeugt SmolLM 1.7b als AI-Sprachmodell ?

    Das grössere AI-Sprachmodell SmolLM 1.7b wartet mit 1.7 Milliarden (=billion) Parametern auf und sollte dadurch auch bessere Resultate als die (sehr) kleine Variante mit 135 Million Parametern liefern, was sich jedoch auch in längeren Wartezeiten niederschlagen wird. Beim Start des Modells fällt die Grösse auch merkbar ins Gewicht mit einer längeren Ladezeit von knapp 25

    mehr erfahren >>

  • Kleine AI-Sprachmodelle: Was bietet SmolLM 135m?

    Die «SmolLM» Sprachmodelle lassen sich mit der Inferenz-Engine «Ollama» ausführen. Nach einer sehr kurzen Ladezeit von ca. 4 Sekunden (gewöhnlicher Desktop-Computer mit Intel GPU) steht das Modell bereits für die Eingabe zur Verfügung. Generierung von Text und Code Fangen wir an mit einer Frage, die eine klare Antwort hat: The term “Hauptstadt” is a German

    mehr erfahren >>

  • Von LLMs zu SLMs: Kleine AI-Sprachmodelle

    KI benötigt viel Ressourcen Eine intrinsische Eigenschaft von Large Language Models (LLMs) ist, dass sie eine sehr hohe Anzahl von Parametern aufweisen und die Ausführung selbst auf neuen Endnutzer-Computern sehr rechen- und speicher-intensiv ist. Die meisten LLMs, welche sich herunterladen lassen und damit lokal auf dem eigenen Computer nutzbar sind, verfügen über mehrere Milliarden Parameter

    mehr erfahren >>

  • Preis-Analyse mit statistischen Modellen – Teil 2

    Im ersten Teil der Serie haben wir gesehen, dass für die Gemälde in der Kunst-Boutique mit Hilfe von statistischen Modellen Analysen zum Preis gemacht werden können. Das statistische Modell, welches wir hier ansehen für die Modellierung der Beziehung zwischen Preis des Gemäldes (abhängige Variable) und den verschiedenen Eigenschaften (bspw. Alter, Grösse, Motif) ist die lineare

    mehr erfahren >>

  • Interaktive Grafiken zur Inflation in der Schweiz

    Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte! Analysieren Sie die Inflation in der Schweiz mit unseren interaktiven Grafiken mit monatlichen Daten und bis in die 1980er Jahre zurück. Mit den interaktiven Grafiken können Sie rein- und rauszoomen, Achsen verschieben, und einzelne Komponenten / Linien ein- und ausblenden. Wählen Sie aus der untenstehenden Liste aus:

    mehr erfahren >>

  • Preis-Analyse mit statistischen Modellen – Teil 1

    Algorithmen und statistische Modelle Auf dem Vorzeigeprodukt der Peleda GmbH, der Kunst-Boutique, sind zahlreiche Kunstwerke unterschiedlichster Stile, mit vielfältigen Motiven und unterschiedlichem Farbmaterial (Acryl, Öl, Tempera, Wasserfarbe) zu finden. Wie steht es mit dem Preis der Kunstwerke? Intuitiv ist klar, dass man für grössere Kunstwerke tendenziell eher mehr bezahlt. Aber lässt sich dies genauer quantifizieren

    mehr erfahren >>

  • 40 Jahre Inflation in der Schweiz – Teil 4: Preistrends seitwärts und abwärts

    Die deflationären Komponenten: Preisrückgang auf lange Sicht Gibt es Index-Komponenten, welche längerfristig einen Preisrückgang aufweisen? Neben der im ersten Teil der Serie erwähnten Komponente «Nachrichtenübermittlung» lässt sich nur bei «Freizeit und Kultur» ein längerfristiger Preisrückgang identifizieren. Nach einem annualisierten Preisanstieg von 3.07% von 1983 bis 1993 gingen die Preise dann bis 2023 annualisiert um 0.22%

    mehr erfahren >>