Die deflationären Komponenten: Preisrückgang auf lange Sicht
Gibt es Index-Komponenten, welche längerfristig einen Preisrückgang aufweisen?
Neben der im ersten Teil der Serie erwähnten Komponente «Nachrichtenübermittlung» lässt sich nur bei «Freizeit und Kultur» ein längerfristiger Preisrückgang identifizieren. Nach einem annualisierten Preisanstieg von 3.07% von 1983 bis 1993 gingen die Preise dann bis 2023 annualisiert um 0.22% zurück.
Ein anhaltend starker Preisrückgang war einzig in «Nachrichtenübermittlung» zu verzeichnen. Über die letzten 40 Jahre ging der Index annualisiert um 1.49% zurück – insgesamt ein Preisrückgang von 45.2%. Mit einer Gewichtung von nur 2.7% im LIK-Warenkorb ist die Auswirkung dieses deutlichen Preisrückganges jedoch bescheiden.
Die Index-Komponente «Freizeit und Kultur» hat zwar mit 8.3% eine deutlich höhere Gewichtung, weist aber längerfristig nur einen leichten Preisrückgang auf, sodass der Gesamteffekt auf den Warenkorb klein ist.

Daten: Bundesamt für Statistik
Die beständigen Komponenten: Preise im längerfristigen Seitwärtstrend
Die noch verbleibenden Index-Komponenten «Bekleidung und Schuhe», «Hausrat und Haushaltsführung» und «Gesundheitspflege» weisen einen langfristigen Seitwärtstrend auf.

Daten: Bundesamt für Statistik
Die Komponente «Gesundheitspflege» enthält die Subkomponenten «Medizinische Erzeugnisse», «Ambulante Dienstleistungen» und «Stationäre Spitalleistungen», also keine Versicherungsprämien (weder obligatorische noch freiwillige).
Alle Index-Komponenten weisen von 1983 bis 1993 deutliche Preisanstiege (annualisiert) auf:
- Hausrat: 2.26%
- Bekleidung und Schuhe: 3.02%
- Gesundheitspflege: 3.72%
Diese schlugen über die darauffolgenden 30 Jahre (1993 bis 2023) dann jedoch mehr oder weniger einen Seitwärtstrend ein:
- Hausrat: 0.11%
- Bekleidung und Schuhe: 0.13%
- Gesundheitspflege: 0.13%




